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Landwirtschaft 2020-07-03T10:12:17+00:00

Landwirtschaft im Haflinger Gestüt Meura

 

 

Die Landwirtschaft und Haflingerzucht wurde ab 1977  bis zur Wiedervereinigung als Volkseigenes Gut (VEG) in Meura geführt. Zuvor war der Betriebsstandort das benachbarte Reichmannsdorf. Das Gründungsdatum des heutigen landwirtschaftlichen Betriebes war der 01.01.1993. Der Betrieb umfasst heutzutage einen Tierbestand von 300 Haflingern und Edelbluthaflingern, wovon etwa 100 Pferde zuchtaktive Stuten sind.

Die Leistung der Landwirtschaft umfasst die Flächenbewirtschaftung, Heuwerbung für Eigenbedarf, Zucht der Rassen Haflinger und Edelbluthaflinger, Aufzucht von Fohlen sowie die Stutenmilcherzeugung und die Produktion von Serum als Rohstoff für die Herstellung eines Wirkstoffes für die Brunstsynchronisation beim Schwein.

Alle Informationen zu Stutenmilch und den Produkten daraus finden sie hier.

Die Zucht unserer Haflinger und Edelbluthaflinger erfolgt nach Anpaarungsplan entsprechend den Zuchtbuchkriterien und in enger Zusammenarbeit mit unserem Zuchtverband. Die geborenen Fohlen werden jährlich Ende Juni zur betrieblichen Fohlenschau vor einem Richtergremium vorgestellt, bewertet, eingetragen und erhalten ihren Pass als Zuchtpferd.  Die Aufzucht erfolgt in Herden getrennt nach Alter und Geschlecht auf den weitläufigen Wiesen des Thüringer Waldes während der Sommermonate und im Winter im Laufstall mit Weidegang. Zweijährig erfolgt eine erneute Bewertung der jungen Hengste mit Auswahl der Körkandidaten. Alle anderen jungen männlichen Tiere werden nach ihrer Kastration ausgebildet als Reit- und Fahrpferde. Für die Stuten erfolgt im Frühjahr des 3. Lebensjahres die Bewertung und Zuordnung der Elitestuten, wiederum durch ein Gremium des Zuchtverbandes. Danach beginnt für die jungen Stuten die Ausbildung mit anschließender Stutenleistungsprüfung für eine spätere Zulassung als Zuchtstute und Hengstmutter sowie Verwendung als Reit-, Fahr- und Freizeitpferd.

Die Serumproduktion als Bereich des Landwirtschaftsbetriebes wird bereits seit 1980 durchgeführt. Die Entnahme erfolgt durc

h einen Tierarzt unter strengen hygienischen Bedingungen und Einhaltung aller Tierwohlkriterien und gesetzlichen Regelungen sowie regelmäßigen Kontrollen der zuständigen Behörden.

Beschreibung des Prozesses der Rohstoffgewinnung:

  • Nutzung von niedertragenden Stuten (ca. 50.-100. Trächtigkeitstag) mit Nachweis eines Hormonspiegels und Wesenseignung (Interieur)
  • ständige Überwachung des Gesundheitszustandes durch den Tierarzt
  • Blutentnahme von 4 Litern (nach vorheriger Gesundheits- und Eignungskontrolle) mit anschließender Rückgabe von ca. 2 Litern roter Blutkörperchen
  • Dauer der Blutentnahme inklusive Rückführung 7 Minuten und anschließende Überwachung für ca. 20 Minuten mit Spezialfütterung

Die Serumgewinnung als Rohstoff für die Wirkstoffherstellung ist nicht als Tierversuch einzustufen (es liegt kein Erkenntnisgewinn vor) und insofern weder anzeige- noch genehmigungspflichtig. Ungeachtet dieser Tatsache wurde in Anlehnung an Paragraph 8 a Abs. 1 des TierSchG regelmäßig die Serumproduktion mit allen erforderlichen Angaben bei der zuständigen Behörde angezeigt. Die Leitlinien zur Gewinnung, Lagerung, Transport und Verabreichung von Blut- und Blutprodukten sind für den Anwendungsbereich der Rohstoffgewinnung nicht geltend.

Um allen Kritikern und Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen, hat das Gestüt eine Anzeige nach Paragraph 8a TSchG gestellt. Dieser Anzeige wurde inzwischen stattgegeben und die Plasmagewinnung wird nun als Tierversuch geführt. Am Prozess, Ablauf oder der Dokumentation ändert sich damit nichts, da alles im Vornherein stets dokumentiert wurde.

 

Aus aktuellem Anlass

Stellungnahme zur Sendung FAKT auf ARD am 17.12.2019

Stellungnahme

 

 

 

 

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