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Landwirtschaft 2020-12-18T17:17:15+00:00

Landwirtschaft im Haflinger Gestüt Meura

 

 

Die Landwirtschaft und Haflingerzucht wurde ab 1977  bis zur Wiedervereinigung als Volkseigenes Gut (VEG) in Meura geführt. Zuvor war der Betriebsstandort das benachbarte Reichmannsdorf. Das Gründungsdatum des heutigen landwirtschaftlichen Betriebes war der 01.01.1993. Der Betrieb umfasst heutzutage einen Tierbestand von 300 Haflingern und Edelbluthaflingern, wovon etwa 100 Pferde zuchtaktive Stuten sind.

Die Leistung der Landwirtschaft umfasst die Flächenbewirtschaftung, Heuwerbung für Eigenbedarf, Zucht der Rassen Haflinger und Edelbluthaflinger, Aufzucht von Fohlen sowie die Stutenmilcherzeugung und die Plasmagewinnung.

Alle Informationen zu Stutenmilch und den Produkten daraus finden sie hier.

Die Zucht unserer Haflinger und Edelbluthaflinger erfolgt nach Anpaarungsplan entsprechend den Zuchtbuchkriterien und in enger Zusammenarbeit mit unserem Zuchtverband. Die geborenen Fohlen werden jährlich Ende Juni zur betrieblichen Fohlenschau vor einem Richtergremium vorgestellt, bewertet, eingetragen und erhalten ihren Pass als Zuchtpferd.  Die Aufzucht erfolgt in Herden getrennt nach Alter und Geschlecht auf den weitläufigen Wiesen des Thüringer Waldes während der Sommermonate und im Winter im Laufstall mit Weidegang. Zweijährig erfolgt eine erneute Bewertung der jungen Hengste mit Auswahl der Körkandidaten. Alle anderen jungen männlichen Tiere werden nach ihrer Kastration ausgebildet als Reit- und Fahrpferde. Für die Stuten erfolgt im Frühjahr des 3. Lebensjahres die Bewertung und Zuordnung der Elitestuten, wiederum durch ein Gremium des Zuchtverbandes. Danach beginnt für die jungen Stuten die Ausbildung mit anschließender Stutenleistungsprüfung für eine spätere Zulassung als Zuchtstute und Hengstmutter sowie Verwendung als Reit-, Fahr- und Freizeitpferd.

Plasmagewinnung
Ein weiteres wirtschaftliches Standbein unseres Landwirtschaftsbetriebs ist, seit 1980, die Plasmagewinnung.
Unter Aufsicht eines Tierarztes, regelmäßiger Kontrollen der Behörden und der – für uns ohnehin selbstverständlichen – Einhaltung strenger Tierwohl- und Hygienebedingungen entnehmen wir niedertragenden Stuten (ca. 50. – 100. Trächtigkeitstag) maximal viermal pro Woche zwei Liter Plasma (Plasmapherese).

Voraussetzung: Gute Gesundheit, stabile Trächtigkeit und Wesenseignung
Voraussetzungen sind – neben einer guten Allgemeingesundheit und einer stabilen Trächtigkeit – der Nachweis eines entsprechenden Hormonspiegels sowie die Wesenseignung der in Betracht gezogenen Stute.
Einschließlich der Rückführung der roten Blutkörperchen dauert der Prozess der Plasmapherese ungefähr sieben Minuten, wobei die entnommene Menge vergleichbar ist mit einer Plasmaspende beim Menschen.
Während der anschließenden Ruhe- und Überwachungsphase erhält die Stute eine Spezialfütterung, vergleichbar mit der kleinen Stärkung, die Plasmaspender nach ihrer Spende bekommen.

Gewinnung eines wichtigen Wirkstoffes. Keine Forschung.
Weil das auf diesem Weg gewonnene Plasma ein Rohstoff für die Herstellung tierischer Arzneimittel ist, nicht aber der wissenschaftlichen Forschung dient, handelt es sich bei dem von uns durchgeführten Prozess nach Einschätzung der Mehrheit juristischer und politischer Entscheidungsträger nicht um einen Tierversuch gemäß §8a Abs.1 des Tierschutzgesetzes (TierSchG).
Da vereinzelt aber auch andere Auffassungen vertreten werden und wir auf unserem Gestüt den Prozess der Plasmagewinnung seit jeher unter Einhaltung höchster Standards durchgeführt haben, haben wir uns Anfang 2020 aus eigener Initiative entschlossen, die bei uns durchgeführte Plasmagewinnung auch gemäß §8a Abs.1 TierSchG anzumelden.

Wir leben für das Wohl unserer Pferde
Transparenz ist uns wichtig. Unser Anliegen ist das Wohl unserer Pferde. Was wir tun, tun wir für sie. Unser Ziel ist die Zucht gesunder, kräftiger und charakterstarker Haflinger. Niemals würden wir eine Trächtigkeit riskieren für den Gewinn von einigen Liter Plasma.
Wer einmal gesehen hat, wie ruhig unsere Stuten zur Plasmagewinnung gehen und während des Prozesses von Entnahme und Rückgabe stehen, der wird verstehen, dass vereinzelt formulierte Kritik – jedenfalls soweit sie unser Gestüt betrifft – ohne jede Grundlage ist.
Praktiken, wie sie vor einigen Jahren in Südamerika entdeckt wurden, sind Verbrechen an den Tieren, aber nicht vergleichbar mit der Plasmagewinnung in Deutschland und auf unserem Gestüt.
Als Verantwortliche für unser Gestüt geht es uns nur gut, wenn es unseren Pferden gut geht. Was immer wir tun, tun wir aus Liebe für sie.

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